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Die Entstehungsgeschichte |
| des größten Hais aller Zeiten |
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CARCHAROCLES MEGALODON |
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Herzlichen Dank an Steven A. Alten für die Erlaubnis seinen Artikel für meine Homepage benützen zu dürfen! |
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EIN GROSSER FISCH IN EINEM GROSSEN TEICH. |
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Stellen Sie sich einen Hai vor, dreimal so groß wie der moderne große Weiße Hai, in einem wilden Fressrausch inmitten eines Rudels von enormen 9m langen Walen. |
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Der mächtige Fisch öffnet seine riesigen Kiefer, die mächtigen Zähne dringen in die Seite eines der schwimmenden Säugetiere und schneiden durch Haut, Fett, Fleisch, Rippen und Wirbel. Ein einzelner 15 cm langer Zahn, weiß wie Elfenbein, lockert sich vom Kiefer des Hais und sinkt, noch befleckt vom Blut des angegriffenen Wales, zum Boden des Ozeans. Der Zahn versinkt bald im weichen Schlamm wo er langsam von Ablagerungen bedeckt wird, bis er tief genug in Sedimenten liegt, wo er von Wasser und Sauerstoff abgeschnitten ist, die seinen Verfall beschleunigen würden. |
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| 10 Millionen Jahre später, bei einem Tauchgang in einem verhältnismäßig jungen Fluss, entdeckt ein Taucher diesen prächtigen Zahn, jetzt braun von den Mineralien die ihn im Verlauf der Jahrmillionen durchdrungen haben. Dieser Zahn, jetzt ein Fossil aber fast ebenso scharf wie an dem Tag als er verloren wurde, wird ein hochgeschätztes Sammelobjekt für den glücklichen Finder, der sich zum Boot beeilt, um den schönen Fund seinen Freunden zu zeigen. Dieser Zahn stammt selbstverständlich vom größten Räuber der je die Ozeane der Welt bewohnt hat: Carcharocles megalodon |
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Dieselbe Geschichte wiederholt sich Tag für Tag überall auf der Welt. Beweis dafür sind Wirbel und anderen Knochen von Walen und anderen großen Säugetieren die noch Bissspuren von Haiattacken zeigen. Der Ausbreitungsbereich von diesem Hai (Östliche Vereinigte Staaten, Kalifornien, Südamerika, das Mittelmeer, Europa, Südafrika, östlicher Indischer Ozean, Australien, Japan und zahlreichen anderen Orten) zeigt nur an, wie dominierend der Megalodon als herrschender Räuber in den Weltmeeren war. |
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Carcharocles megalodon entwickelte sich aus einer langen Linie von Haien die etwa 60 Millionen Jahre zurückreicht. Der erste wahre Vorfahre scheint Otodus obliquus zu sein, ein ausgestorbener Makrelenhai, der während der Paleozän - Eozän Epochen lebte (etwa vor 60 - 45 Millionen Jahren). Dieser Hai hatte große Zähne (bis zu 10cm) mit glatten Schneidekanten und großen Nebenzähnen. In der Mitte der Eozän - Epoche (etwa vor 45 Millionen Jahren begann Otodus obliquus gezackte Kanten (wie ein Steakmesser) zu entwickeln. |
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Diese gezackte Version war die erste die den wissenschaftlichen Namen „Carcharocles“ trug. Dieser Hai bekannt als Carcharocles auriculatus hatte etwa die selbe Größe wie sein Vorgänger und keine wirkliche Konkurrenz in den Weltmeeren. Schließlich begann dieser Hai sich größenmäßig etwas zu entwickeln, und sein neuer wissenschaftlicher Name war Carcharocles angustidens. Gegen Ende seiner Regentschaft in der späten Oligozän/frühen Miozän - Epoche (ca. vor 18 - 25 Millionen Jahren hatte C.angustidens Zähne die fast eine Länge von 12,5 cm erreichten. Dann, wahrscheinlich bedingt durch die Zunahme der Walgrößen und die Entwicklung modernerer Walarten, entstand der erste frühe Megalodon - Carcharocles chubutensis. Dieser Hai musste zu noch größeren Größen heranwachsen um die Nahrungskette zu dominieren und dieses erreichte er auch. |
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Der "echte" Carcharocles megalodon entwickelte sich endgültig während der mittleren Miozän - Epoche, etwa vor 15 Millionen Jahren. Dieser Hai begann unglaubliche Größen zu erreichen und die größten Haie hatten Zähne, die über 15cm lang waren. Manche Zähne erreichten sogar eine Länge von verblüffenden 18 cm und waren über 4cm dick. Wahrscheinlich erreichten Megalodons Längen von über 18 m! und wogen 20 Tonnen oder mehr. Bitte nehmen Sie sich eine Minute Zeit und denken Sie an den größten Weißen Hai der je vermessen wurde (vielleicht 6m und 2 Tonnen). Nun stellen Sie sich im Vergleich dazu den gigantischen Megalodon vor (3x so lang und 10x so schwer!) Sogar junge Megalodonhaie hatten Zähne die in ihrer Länge denen von 4,5m langen erwachsenen weißen Haien entsprachen. Während die Hauptnahrung des Megalodon fast sicher aus Walen bestand gibt es auch Beweise, dass dieser Hai sich auch von großen Fischen, Robben, Seelöwen und wahrscheinlich riesigen Tintenfischen ernährte. |
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Da nun ein Vergleich gezogen wurde zu dem modernen Grossen weißen Hai ( Carcharodon carcharias) sollte klargestellt werden dass diese beiden Haie wahrscheinlich nicht im geringsten miteinander verwandt sind. Während beide Haie die größten ihrer Zeit waren, ihre Zähne sich oberflächlich ähnlich sind und beide dieselbe Nahrung bevorzugten, haben sie keine gemeinsamen Vorfahren. Eigentlich sollte der große Weiße Hai in die Familie der Makohaie ( Isurus ) gestellt werden, da er sich fast sicher, vor nur weinigen Millionen Jahren, aus einem ausgestorbenen Makohai mit dem Namen Isurus hastalis entwickelte. Es wurde bisher angenommen, dass der Megalodon der Vorfahre des Großen Weißen war und deshalb war sein vorheriger wissenschaftlicher Name Carcharodon megalodon. Jedoch nach langjährigen Debatten ( einige von ihnen dauern noch immer an ) wurde der Name offiziell in Carcharocles megalodon geändert. Natürlich könnte man abhängig vom Ort dem Megalodon jeden beliebigen Namen geben ( Meglodon - das a in mega wird in typischen Gesprächen oft nicht ausgesprochen ). Im Nordosten der Vereinigten Staaten spricht man vom meg-ALO-don und in Südwestflorida wird er einfach als Meg bezeichnet. Eine sichere Abkürzung ist es, ihn einfach Meg zu nennen. |
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In jedem Fall hatte der Megalodon eine lange Regentschaft als König von fast zwanzig Millionen Jahren in den gemäßigten Weltmeeren. Jedoch gegen Ende der Pliozän - Epoche (etwa vor zwei Millionen Jahren) verschwand der Megalodon auf mysteriöse Weise aus den fossilen Aufzeichnungen. Während es möglich ist, dass bestimmte isolierte Populationen noch eine Zeit lang existierten ist die große Mehrheit der Megalodon Haie zu dieser Zeit ausgestorben. Es existieren verschiedene Theorien, den Grund des Aussterbens betreffend. Die wahrscheinlich plausibelste wird von Bill Heim und Doktor Shelly Appelgate vertreten. Sie nehmen an, dass die Entwicklung der Wale (in Form einer verbesserten Schwanzstruktur/Muskulatur) die Lücke zwischen ihnen und dem Megalodon zu vergrößern begann. Die Wale wurden immer schwerer zu jagen. Nun besagt die allgemeine Literatur, dass der Megalodon ein explosiver, stromlinienförmiger, sehr schneller Hai war. Während es keine Zweifel gibt, dass er ein mächtiger und sich voll ausgebender Pirschjäger war, sollte er wenn die oben genannte Theorie stimmt, keine Probleme gehabt haben seine Beute zu jagen. Während niemand genau weiß, wie der Megalodon ausgesehen hat spricht vieles dafür, dass er robuster und schwerfälliger war als bisher angenommen. Er muss eine enorme Beschleunigung bei der Jagd auf seine Beute entwickelt haben (obwohl er oft aus dem Hinterhalt angriff), aber wenn es eine evolutionsbedingte verbesserte Dynamik den Walen ermöglichte, unverletzt zu entkommen musste sich der Megalodon entweder auch weiter entwickeln oder aussterben. Offensichtlich entschied er sich für Letzteres. |
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Währen Die Megalodonhaie also vor ca.2 Millionen Jahre verschwanden, lebt ihr Vermächtnis in Form von Fossilien weiter. Versteinerte Megalodonzähne werden in fossilen Meeresablagerungen weltweit gefunden, aber nirgendwo ist die Sammelleidenschaft und die Häufigkeit der Funde so groß wie in den östlichen Vereinigten Staaten. Da das Wasser in dieser gesamten Region während der Lebensspanne der Megalodons nur seicht bis mitteltief war entstand ein idealer Ort für Haifischzahnsammler. Einige der berühmtesten Sammelgebiete liegen in den Caroliners, wo sich Flüsse tief in den Boden graben und so eine fossile Schicht (ca.6-9 m) unter der Oberfläche freilegen. Hier trotzen mutige Taucher den widrigsten Bedingungen wie: schlechte Sicht, starke Strömungen, Bootsverkehr, Unterwasserhindernisse, Schnappschildkröten, Alligatoren und sogar Haien ,um diese prähistorischen Schätze zu heben. Natürlich ist diesen fanatischen Sammlern kein Risiko zu hoch um ein solches faszinierendes Stück Geschichte als Belohnung in den Händen zu halten. Es wird empfohlen, dass Amateure diese Gewässer meiden sollten, da es schon viele lebensgefährliche und sogar tödliche Unfälle gegeben hat - vor denen selbst Profis nicht gefeit sind. Nach 2 Millionen Jahren fordert der Megalodon immer noch unerwartete Opfer; daher sollten nur Profis an diesen Stellen tauchen. |
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Man sollte sein Leben nicht riskieren um einen fossilen Haizahn zu finden. Es gibt gewisse Steinbruchbetriebe die fossile Schichten freilegen während nach Phosphaten gegraben wird. Einige dieser Firmen sind so großzügig und gestatten Sammlern den Zutritt auf ihr Gelände. Leider war dies nicht immer so, und viele fossilreiche Stellen wurden für die Öffentlichkeit gesperrt. Daran sind jedoch nicht immer die Firmen schuld, sondern auch die schwarzen Schafe unter den Sammlern. Respektieren Sie die Regeln und schöne Funde sind möglich. Gelingt es einem glücklichen Sammler einen Megalodon Zahn zu bekommen, so findet er schnell heraus warum diese Zähne den Mittelpunkt jeder Sammlung darstellen. Sie sind massiv! Sowohl in ihrer Struktur als auch Größe. Gut erhaltene Exemplare zeigen immer noch die rasiermesserscharfen Zacken, die es dem Megalodon ermöglichten, sein Territorium zu beherrschen. Wie bereits erwähnt können die Zähne eine Höhe von über 18 cm erreichen (die offizielle Meßmethode misst die gesamte Länge zwischen der Spitze des Zahnes und der längsten Spitze der Wurzel). Die größten Zähne des Megalodon stammen von der Vorderseite des Kiefers, während die Zähne an der Hinterseite des Kiefers am kleinsten sind. Zum Beispiel konnte ein Erwachsener Hai einen 15 cm langen Vorderkieferzahn aber einen nur 4 cm großen hinteren Zahn haben. Die vorderen Zähne sind gewöhnlich ziemlich symetrisch, während die Zähne umso mehr gewinkelt sind, je weiter sie sich im hinteren Kieferbereich befinden. |
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Wenn ein Zahn z.B. nur 4 cm lang ist, muss es sich deshalb nicht unbedingt um einen hinteren Zahn eines Erwachsenen Hais handeln. Es kann sehr wohl auch ein Vorderkieferzahn eines Junghaies sein. Hier muss man den Winkel und die Dicke des Zahns studieren um die Zahnposition und somit die ungefähre Größe des Hais zu bestimmen. Glücklicherweise (für die Wale) sind nur fossile Reste von diesem einst mächtigen Feind geblieben. Carcharocles megalodon war der größte Hai der je die Weltmeere bevölkerte und zweifellos auch der eindruckvollste. Er war ein Hai so lang wie eine große Yacht und das brutalste Lebewesen in den Ozeanen. Sein Vermächtnis wird sicher nie von einer anderen lebenden Kreatur erreicht werden. Wie auch immer Sie den Megalodon nennen, er war sicher der größte Fisch in einem großen Teich! |
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